Der Auenhof

Der Auenhof – dänisch: Aagaard – wird nun nach der Galeristin benannt.
Ursprünglich war der Hof ein Kossätenhof, auf dem ein Milchbetrieb geführt wurde. Hier hatten es landlose Dorfler zu einer Kate, (oder auch Kotten) mit etwas angeschlossenem Land gebracht. Belege über solche Kossätenwirtschaften gibt es bereits aus dem 14. Jahrhundert. In der sozialen Hierarchie tief gestellt, befanden sich die Kossätenhöfe am Rand des Dorfs. Für Haus und Land waren Zinsen und Naturalien an den Grundherrn zu entrichten, obwohl der kleine Kohl- und Kartoffelgarten und die Kühe oft nicht einmal genug für die Familie hergaben. Bei Bedarf musste der Kossät zudem auf dem Hof seines Herren mitarbeiten.

Das heutige Wohnhaus war 1898 erbaut worden. Das kleine Bürgerhaus erschien den Hermsdorfern damals so prachtvoll, dass sie es das „Hermsdorfer Schlösschen“ nannten. Die Nebengebäude – Remise und Pferdestall – sind im brandenburgischen Stil aus rotem Backstein errichtet und älter als das Wohnhaus. Zu Zeiten der Kosätten wurden die Pferde das Grundstück hinunter zur Tränke ansTegeler Fließ geführt. Heute endet es am Barnimer Dörferweg, der sich neben dem Fließ entlangschlängelt.

In der Remise, seit 2004 sind hier die Ausstellungsräume der Galerie, war nach dem Krieg eine Autowerkstatt untergekommen und schließlich war hier das Lager des Streudienstes. Auf dem Hof gegenüber befindet sich der Pferdestall, der seit 2010 als großer, heller Raum für Veranstaltungen, Feste und den winterlichen Cafébetrieb genutzt wird. An den Pferdestall ist die ehemalige Waschküche angeschlossen, die zur Küche umgebaut wurde.

Der Hofhund ist lange verband und seit dem Sommer 2014 ist das Café im bäuerlichen Blumengarten Innenhofs in Betrieb. Viele Sonntagsradler und Spaziergänger, die das Tegeler Fließ entlangkommen, haben im letzten Sommer einen sonnigen Nachmittagskaffee genossen und die aktuelle Ausstellung in der Remise besucht. Heidemarie Aagaard will die Geschichte des Auenhofs in einem kleinen Museum dokumentieren. Sie möchte nicht nur die Gebäude sondern auch deren Geschichte bewahren.

Kleiner filmischer Rundgang: